Spionage: 250 Spiele-Apps lauschen mit

Mindestens 250 Spiele-Apps aus dem Playstore sollen mithören. Dadruch werden Profile von Nutzern erstellt um besser Werbung zu betreiben. Ist das noch legal?

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James Bond war gestern. Heute spioniert man anders. Und die Smartphones dafür bieten offenbar viele Gelegenheiten. Immerhin gehört zur Serienausstattung jedes Handys eine Kamera und Mikrofon. Doch gibt es Zweifel darüber, ob diese nur dann eingeschaltet sind, wenn der Nutzer sie auch tatsächlich eingeschaltet sind. Gerade bei Notebooks sieht man oft, dass die Kameras deswegen abgeklebt sind. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte sogar das Mikrofon seines Notebook abgeklebt und wollte offenbar damit verhindern, abgehört zu werden.

Wie die New York Times berichtet, wurden jetzt 250 Spiele-Apps auf dem Play Store für Android-Geräte entdeckt, die das Mikrofon eines Mobilgerätes einschalten können, schreibt die New York Times. Auf den Spiele-Apps sei eine Software des Startups Alphonso integriert, die in der Lage ist, den Nutzer auszuspionieren, so der Bericht des Balttes unter Berufung auf Aussagen des Alphonso-Gründers und CEOs Ashish Chordia und eigenen Recherchen.

Handy-Mikrofon identifiziert Werbespots und Sendungen
Das Mikrofon werde anhand der Software eingeschaltet um herauszufinden, welche Werbespots und Sendungen der Nutzer gerade schaut. Auch die Musik werde offenbar ausgewertet und offenbar Anhaltspunkte dazu liefern, was für ein Typ der Nutzer ist und woran er Interesse haben könnte. Mit den Daten kann man die Ortsdaten abgleichen um zielgruppenoriente Werbung zu ermöglichen. Das Gefährliche ist, dass die Alphonso-App auch im Hintergrund arbeiten kann.

Möglicherweise 1000 Apps betroffen
Offenbar sind mehr Apps davon betroffenen. Neben Gaming-Apps sei die Softwwaren in bis zu 1000 Apps auch aus den Bereichen Messaging und Social Apps im Einsatz, munkelt man in Experten-Kreisen. Unter den Apps seien auch solche, die sich an Kinder wenden.

Unternehmen zeigt sich unschuldig
Geht man nach dem Unternehmen, habe man nichts falsch gemacht. Schließlich sei die Überwachung durch Alphonso zulässig. Gespräche würden nicht aufgezeichnet und das Sammeln der Daten sei in den Datenschutzrichtlinien des Unternehmens beschrieben. Wenn Nutzer Apps runterladen wollen, bestätigen sie ohnehin der Nutzer die AGB in denen die Verwendung dieser Technologie beschriebe ist und gibt somit seine Einwilligung für diese Form der Spionage.

Vor dem runterladen immer AGB ordentlich durchlesen
In der Regel dürften die meisten Nutzer die AGB nicht durchlesen, bevor sie eine App runterladen. Erst kürzlich hat die von Apple übernommenen Musikerkennungs-App Shazam bestätigt. Gerüchten zufolge wolle Shazam ebenfalls auf ortbezigene Werbung setzen.

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