Gericht verbietet kostenlose Warn-Wetter-App

Die Warn-Wetter-App des Deutschen Wetterdienstes (DWD) darf nicht kostenlos angeboten werden. Das hat das Landgericht Bonn entschieden. Jetzt werden die Nutzer zur Kasse gebeten.

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Mit dem Smartphone ist es einfach nach der Wettervorhersagen zu schauen. Besonders die Warn-Wetter-App vom Deutschen Wetterdienst (DWD) scheint dabei sehr beliebt zu sein. Immerhin ist diese App auf 4,9 Millionen Smartphones und Tablets installiert. Zwar dürfte die App vorwiegend von Privatpersonen genutzt werden, aber ebenso auch von Feuerwehren, Einsatzkräften und Hilfsorganisationen.

Gericht verbietet kostenlose App

Die Warn-Wetter-App darf jetzt nicht mehr kostenlos sein. Wichtige Informationen über Unwettergefahren darf der staatliche DWD den Menschen in Deutschland nur noch eingeschränkt kostenlos zur Verfügung stellen, entschied das Landgericht Bonn (Aktenzeichen 16 O 21/16). Deswegen sind die Funktionen der bisherigen Warn-Wetter-App kostenpflichtig.

Kritik an Entscheidung

Hans-Joachim Koppert, Vorstand Wettervorhersage des DWD: „Das Landgericht Bonn verlangt mit seinem Urteil vom nationalen Wetterdienst Deutschlands, den Bürgernwichtige Informationen über Unwettergefahren nur noch eingeschränkt bereitzustellen. Das halten wir hinsichtlich der gesetzlichen Aufgaben des DWD für außerordentlich bedenklich.“

Kritik kommt auch aus der Politik. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, Rüdiger Erben, sieht diese Entscheidung als Behinderung für die notwendige Warnung der Bevölkerung vor Unwettergefahren und fordert, dass nötigenfalls das Gesetz über den Deutschen Wetterdienst (DWD-Gesetz) so geändert wird, dass die Warn-Wetter-App wieder für alle kostenlos zur Verfügung steht. „Rechtzeitige Warnungen vor Unwettern, die für jedermann verfügbar sind, können Leben retten und große Schäden vermeiden. Der DWD hat diese Informationen, und die Steuerzahler haben dafür gezahlt. Es ist nicht einzusehen, warum die Nutzer der App diese Warnungen nicht vollständig kostenfrei erhalten sollen. Es ist auch im Interesse des Staates, dass die Menschen gut informiert und gewarnt sind. Dann können sie sich rechtzeitig auf Unwetter einstellen und sich angemessen verhalten. Sollte sich die Rechtsauffassung des Landgerichts Bonn bestätigen, dann muss das DWD-Gesetz zügig geändert werden, denn das liegt im Interesse der Sicherheit der Menschen in unserem Land,” wird Erben von landespresseportal.de zitiert.

App kostet einmalig 1,99 Euro

Die Warn-Wetter-App kann in der bislang gewohnten Fassung für eine Gebühr erstanden werden. „Allen Bürgerinnen und Bürgern, die auf ihre gewohnte Warn-Wetter-App nicht verzichten wollen, bieten wir an, sie für einmalig 1,99 Euro zu kaufen.“ sagt Koppert vom Vorstand Wettervorhersage des DWD. Der DWD lässt Mitteilen, dass Neue Nutzer zunächst die eingeschränkte Version aus den Stores von Google, Apple oder Windows installieren und anschließend die Vollversion über In-App-Kauf erwerben können.

Für den Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen steht das gesamte Angebot der Warn-Wetter-App weiterhin kostenlos, aber nur noch passwortgeschützt zur Verfügung, heißt es weiter vom Deutschen Wetter Dienst.

(Foto: dwd.de)

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